Sonnenkind II
Re: Borken
Kühle Hände auf samtener Haut.
Aufatmend lehnt sie sich zurück. Ihre Hände streichen leise über die regungslose Kühle des Brückengeländers. Sie schaut auf den schwarzen Fluss, der kalt und träge unter ihr dahingleitet, gleichgültig der mondscheinüberfluteten Nacht über ihr.
Fliehende Häusersilhouetten, efeuumrankte Mauern.
Seine Hände waren so kühl. Sie erschauert, wenn sie an diese Berührung denkt. Kurz erinnert sie sich an die anderen Hände, die über ihren Körper glitten. Es ist lange her. Als weitere Bilder in ihr aufsteigen wollen, beugt sie sich entschlossen vor und schließt die Augen.
Aus der Tiefe des Wassers beobachtet sie stumm der Mond, leise schimmernd, unsterblich, unberührbar. Er hat sich wohl damit abgefunden, was sollte er auch anderes tun, denkt sie flüchtig.
Der Mond lächelt sie spöttisch an.
Sie ignoriert ihn und schaut auf den fahl werdenden Himmel, noch ist die Sonne nicht am Horizont aufgestiegen, aber erste Strahlen ertasten sich vorsichtig den Weg zu ihr.
Plötzlich sehnt sie sich nach Wärme, Wärme, die ihren ausgekühlten Körper lebendig werden lässt.
Doch sie ahnt, dass auch die wärmsten Sonnenstrahlen ihre Kälte nicht aus dem Körper verjagen können. Irgendwann muss sie sich selber darum kümmern, um ihre Kälte. Oder sich das Frieren einfach abgewöhnen.
Irgendwann ...
Seine kühlen Hände auf ihrer Haut.
Reglos und unbeteiligt liegt sie unter ihm, beobachtet seine zuckenden Lippen und die geschlossenen Augen. Auf seiner Stirn glänzen Schweißtropfen. Seine Hände umklammern ihre Hüfte, er öffnet den Mund und versucht ein Wort herauszubringen, vermag es nicht. Ihm zuliebe bewegt sie sich schließlich, passt sich seinem Rhythmus an.
Dann ist es vorbei und sie wartet geduldig, bis er sich von ihr gelöst hat.
Draußen ist es dunkel, die Gardinen wehen leise, lassen erste Geräusche der Nacht hinein.
Sie will jetzt gehen, sagt sie ihm ruhig und zieht sich geräuschlos an. Er antwortet nicht, bleibt auf dem Bett liegen und schaut sie an.
Sie beeilt sich beim Anziehen, da sie seine Blicke auf ihrem nacktem Körper spürt. Sie will nicht, dass er sie weiter so ansieht. Sie hört das Klicken des Feuerzeugs, mit dem er sich schließlich eine Zigarette anzündet.
Willst du eine, fragt er, und sie schüttelt nur den Kopf.
Das Rauchen hat sie sich in Gegenwart anderer abgewöhnt.
Wann sie denn wiederkommen will, will er wissen. Und ob sie das Geld jetzt dringend bräuchte, er würde es ihr ansonsten auch beim nächsten Mal geben.
Das nächste Mal.
Sie greift nach ihrer Lederjacke.
Bleib doch noch, bittet er sie plötzlich. Geh jetzt nicht raus, draußen ist es zu kalt für dich.
Sie antwortet nicht, aber setzt sich kurz zu ihm auf das durchwühlte Bett. Auf dem Kopfkissen liegt ein langes dunkelblondes Haar. Sie nimmt es vorsichtig mit den Fingerspitzen und steckt es in ihre Jackentasche. Dann sieht sie ihn an. Er beugt sich zu ihr und berührt vorsichtig ihren fest geschlossenen Mund. Sie erschauert unter seiner kalten Hand. Er nimmt sie zurück.
Es geht dir nicht gut, stellt er fest, als sie zur Tür geht.
Sie zuckt die Schultern und lächelt ihn kurz an.
Sie weiß, dass die Männer ihr Lächeln mögen.
Er lächelt zurück
Bis bald, sagt er.
Ja, antwortet sie. Bis bald.
Kühle Hände auf samtener Haut.
Aufatmend lehnt sie sich zurück. Ihre Hände streichen leise über die regungslose Kühle des Brückengeländers. Sie schaut auf den schwarzen Fluss, der kalt und träge unter ihr dahingleitet, gleichgültig der mondscheinüberfluteten Nacht über ihr.
Fliehende Häusersilhouetten, efeuumrankte Mauern.
Seine Hände waren so kühl. Sie erschauert, wenn sie an diese Berührung denkt. Kurz erinnert sie sich an die anderen Hände, die über ihren Körper glitten. Es ist lange her. Als weitere Bilder in ihr aufsteigen wollen, beugt sie sich entschlossen vor und schließt die Augen.
Aus der Tiefe des Wassers beobachtet sie stumm der Mond, leise schimmernd, unsterblich, unberührbar. Er hat sich wohl damit abgefunden, was sollte er auch anderes tun, denkt sie flüchtig.
Der Mond lächelt sie spöttisch an.
Sie ignoriert ihn und schaut auf den fahl werdenden Himmel, noch ist die Sonne nicht am Horizont aufgestiegen, aber erste Strahlen ertasten sich vorsichtig den Weg zu ihr.
Plötzlich sehnt sie sich nach Wärme, Wärme, die ihren ausgekühlten Körper lebendig werden lässt.
Doch sie ahnt, dass auch die wärmsten Sonnenstrahlen ihre Kälte nicht aus dem Körper verjagen können. Irgendwann muss sie sich selber darum kümmern, um ihre Kälte. Oder sich das Frieren einfach abgewöhnen.
Irgendwann ...
Seine kühlen Hände auf ihrer Haut.
Reglos und unbeteiligt liegt sie unter ihm, beobachtet seine zuckenden Lippen und die geschlossenen Augen. Auf seiner Stirn glänzen Schweißtropfen. Seine Hände umklammern ihre Hüfte, er öffnet den Mund und versucht ein Wort herauszubringen, vermag es nicht. Ihm zuliebe bewegt sie sich schließlich, passt sich seinem Rhythmus an.
Dann ist es vorbei und sie wartet geduldig, bis er sich von ihr gelöst hat.
Draußen ist es dunkel, die Gardinen wehen leise, lassen erste Geräusche der Nacht hinein.
Sie will jetzt gehen, sagt sie ihm ruhig und zieht sich geräuschlos an. Er antwortet nicht, bleibt auf dem Bett liegen und schaut sie an.
Sie beeilt sich beim Anziehen, da sie seine Blicke auf ihrem nacktem Körper spürt. Sie will nicht, dass er sie weiter so ansieht. Sie hört das Klicken des Feuerzeugs, mit dem er sich schließlich eine Zigarette anzündet.
Willst du eine, fragt er, und sie schüttelt nur den Kopf.
Das Rauchen hat sie sich in Gegenwart anderer abgewöhnt.
Wann sie denn wiederkommen will, will er wissen. Und ob sie das Geld jetzt dringend bräuchte, er würde es ihr ansonsten auch beim nächsten Mal geben.
Das nächste Mal.
Sie greift nach ihrer Lederjacke.
Bleib doch noch, bittet er sie plötzlich. Geh jetzt nicht raus, draußen ist es zu kalt für dich.
Sie antwortet nicht, aber setzt sich kurz zu ihm auf das durchwühlte Bett. Auf dem Kopfkissen liegt ein langes dunkelblondes Haar. Sie nimmt es vorsichtig mit den Fingerspitzen und steckt es in ihre Jackentasche. Dann sieht sie ihn an. Er beugt sich zu ihr und berührt vorsichtig ihren fest geschlossenen Mund. Sie erschauert unter seiner kalten Hand. Er nimmt sie zurück.
Es geht dir nicht gut, stellt er fest, als sie zur Tür geht.
Sie zuckt die Schultern und lächelt ihn kurz an.
Sie weiß, dass die Männer ihr Lächeln mögen.
Er lächelt zurück
Bis bald, sagt er.
Ja, antwortet sie. Bis bald.
vicell - 4. Apr, 03:26
















